Ideen auswählen – Innovationen vorantreiben

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht: Die Lösung liegt längst auf dem Tisch, aber keiner erkennt sie. Nachdem Sie Ideen gesammelt haben, müssen Sie deren Qualität und Durchführbarkeit prüfen. Auch wenn es schwerfällt zu sehen, wie die eine oder andere lieb gewonnene Idee auseinandergenommen wird: Dieser Prozess ist sehr wichtig, weil nur so wirklich tragfähige Lösungen herausgefiltert werden. Denn es geht nicht nur darum, besonders tolle und verrückte Ideen zu produzieren, sondern vor allem um die Entwicklung von Lösungen.

Ideen auswählen

 

Die Delphi-Methode – Ideen auswählen – Innovationen vorantreiben

Unter der Delphi-Methode versteht man das Zusammenführen und Analysieren von Expertenmeinungen, um eine Grundlage für Planungen und die Einschätzung künftiger Entwicklungen zu gewinnen. In Politik und Wirtschaft werden die Mitglieder einer Delphi- Gruppe anonym befragt. Ihre Antworten wertet der Gruppenleiter aus, fasst sie zusammen und legt sie erneut zur Meinungsbildung und Stellungnahme vor – bis ein Konsens erzielt ist. Ziel der Delphi-Methode ist es, ohne langwierige Gruppendiskussion möglichst breit angelegt Meinungen und Stellungnahmen einzuholen. Für den „Hausgebrauch“ in Ihrem Team empfehlen sich zwei Spielarten der Delphi-Methode:

  • die Punkteverteilung
  • und der sogenannte Minderheitenschutz.

 

Die Punkteverteilung

  • Listen Sie auf einem Flipchart alle – etwa in einem Brainstorming – gefundenen Ideen mit Nummern auf.
  • Bestimmen Sie die Kriterien, die Ihre Ideen erfüllen sollen.
  • Legen Sie nun zusammen mit Ihrem Team die Anzahl der auszuwählenden Ideen fest, zum Beispiel sollen von 50 gefundenen Ideen zehn übrig bleiben.
  • Alle Teammitglieder markieren nun die von ihnen favorisierten Ideen mit Klebepunkten direkt auf dem Flipchart.
  • Im letzten Schritt werden die „Top“-Ideen umrahmt und einander zugeordnet, wenn sie zusammenpassen.
  • Dadurch entsteht meist wie von selbst eine Struktur.

Von Kreativ-Profis lernen

Sorgen Sie rechtzeitig dafür, dass alle Teilnehmer einer „Auswahlsitzung“ vorab alle nötigen Informationen erhalten.

Sorgen Sie dafür, dass der Zeitrahmen großzügig bemessen ist oder gar offen, um kreative Freiräume zu ermöglichen.

Wenn Sie mit Berufskreativen (etwa aus Werbeagenturen) arbeiten, stehen Sie vor dem Problem, dass diese in erster Linie nach dem witzigsten, neusten, eben kreativsten Lösung suchen – und nur nach dieser. Je nach Produkt und Zielgruppe ist aber manchmal auch die eher biedere Lösung die bessere.

Genauso wichtig ist es aber auch zu lernen, nicht gleich die erstbeste Lösung zu nehmen, sondern nach Alternativen zu suchen und daraus die für die jeweilige Situation geeignetste herauszusuchen.

Der Minderheitenschutz – Ideen auswählen – Innovationen vorantreiben

Wenn jemand mit dem Ergebnis eines Delphi-Prozesses absolut unzufrieden ist, weil sein Favorit durchgefallen ist, kann er diese Idee weiter ausarbeiten. So können Sie ihm ermöglichen, unter anderem

  • weitere Informationen zur Idee zur sammeln,
  • ein Experiment mit der Idee zu machen,
  • andere Leute zu fragen, was sie davon halten.

Die Idee dabei: Wirklich neue Ideen sind ungewohnt, meist mit einem größeren Risiko verbunden und werden eher von Einzelnen favorisiert. Man kann oft nicht direkt erkennen, ob sie funktionieren. Ihnen können Sie mit dem Minderheitenschutz eine Chance geben.

Attribut-Listing – Ideen auswählen – Innovationen vorantreiben

Sie können eine vorliegende Lösung interessanter und noch besser machen, indem Sie bekannte Merkmale systematisch variieren. Vorrangig ist hier die Variation und Optimierung und nicht die grundlegende Neugestaltung.

  • Zu Beginn wird die Aufgabenstellung in Teilelemente aufgelöst.
  • In einer Tabelle werden dazu in die linke Spalte die Eigenschaften eingetragen.
  • Der Übersicht wegen sollten es nicht mehr als sechs bis acht Eintragungen werden.
  • Soll etwa eine Produktverpackung verbessert werden, könnte die Liste aus Logo, Name, Material, Größe, Umverpackung und Verschluss bestehen.

 

Das ist nötig fürs Attribut-Listing

  • In die zweite Spalte tragen Sie die jeweils aktuelle Lösung ein.
  • Die dritte Spalte wird von der Zielvorgabe eingenommen, was man also erreichen möchte: Kostenreduzierung usw.
  • Die rechte, vierte Spalte bleibt möglichen Alternativen vorbehalten, die jeweils von bereits bekannten Lösungen ausgehen. Für das Material wären dies Glas, Kunststoff und anderes.
  • Die Bewertung, die Ihnen besonders einleuchtend erscheint, sollten Sie anschließend noch einmal genauer überdenken.
  • Dauer: 15 bis 60 Minuten.
  • Teilnehmer: 2 bis 8.
  • Material: Flipchart, Wandplakat, große Stifte.

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