Fachkräftemangel Statistik Tabelle: Offene Stellen & Besetzungsschwierigkeiten nach Branchen 2026

Der Fachkräftemangel bleibt 2026 ein wichtiges Thema auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Gleichzeitig hat sich die Lage gegenüber den besonders angespannten Jahren etwas verändert: Die Zahl der offenen Stellen ist zurückgegangen, während in bestimmten Berufen und Branchen weiterhin erhebliche Schwierigkeiten bei der Besetzung bestehen.

Nach der aktuellen IAB-Stellenerhebung gab es im 2. Quartal 2026 rund 1,0 Millionen offene Stellen in Deutschland. Das waren rund 129.800 weniger als im Vorquartal und etwa 35.000 weniger als im 2. Quartal 2025. Damit lag die Arbeitskräftenachfrage – abgesehen von den Corona-Lockdowns – auf dem niedrigsten Niveau seit 2016. (IAB)

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem allgemeinen Arbeitskräftemangel und Fachkräfteengpässen in bestimmten Berufen. Die Bundesagentur für Arbeit sieht aktuell keinen allgemeinen Arbeitskräftemangel, weist aber weiterhin zahlreiche Berufe mit ausgeprägten Fachkräfteengpässen aus. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Fachkräftemangel 2026: Die wichtigsten Zahlen

Kennzahl Wert 2026 bzw. aktuellster Wert Einordnung
Offene Stellen, 2. Quartal 2026 rund 1,0 Mio. IAB-Stellenerhebung
Rückgang gegenüber 1. Quartal 2026 129.800 bzw. ca. 11 % deutlicher Rückgang
Rückgang gegenüber 2. Quartal 2025 35.000 bzw. ca. 3 % Nachfrage leicht gesunken
Sofort zu besetzende Stellen ca. 81 % Großteil der Stellen war bereits unbesetzt
Gemeldete Stellen für Fachkräfte, Spezialisten und Experten 2025 ca. 402.000 BA-Daten
Engpassberufe 2025 157 Berufsgattungen BA-Fachkräfteengpassanalyse
Engpassberufe 2024 163 zum Vergleich
Engpassberufe 2023 183 zum Vergleich
Fachkräftelücke 2025 369.516 Stellen KOFA-Berechnung
Rechnerisch nicht besetzbare Stellen 2026 rund 357.000 KOFA, März 2026

Die Werte stammen aus unterschiedlichen statistischen Konzepten und sind deshalb nicht unmittelbar miteinander gleichzusetzen. Das IAB misst unter anderem offene Stellen über eine Betriebsbefragung, während die BA mit gemeldeten Arbeitsstellen arbeitet und KOFA eine rechnerische Fachkräftelücke ermittelt. (IAB)

Fachkräftemangel nach Branchen 2026 – Statistik-Tabelle

Eine wichtige Einschränkung vorweg: Für 2026 existiert keine einheitliche amtliche Tabelle, die für jede Branche gleichzeitig die Gesamtzahl aller offenen Stellen und einen identischen „Fachkräftemangel“-Wert ausweist. Die BA analysiert Engpässe vor allem nach Berufen, während das IAB offene Stellen auch nach Wirtschaftszweigen ausweist.

Die folgende Tabelle fasst deshalb die aktuellen Erkenntnisse zu besonders betroffenen Bereichen zusammen:

Branche / Bereich Offene Stellen / Nachfrage Besetzungsschwierigkeiten Situation 2026
Pflege und Gesundheit weiterhin hoch sehr ausgeprägt anhaltender Engpass
Bau und Handwerk Nachfrage rückläufig, aber weiterhin relevant ausgeprägt besonders bei Fachkräften
Elektro / Energietechnik hoher Fachkräftebedarf ausgeprägt Engpassberufe vorhanden
SHK / Gebäudetechnik weiterhin Bedarf sehr ausgeprägt Fachkräfte schwer verfügbar
Verkehr / Berufskraftverkehr hoher Bedarf ausgeprägt insbesondere Lkw-Fahrer
Gastronomie Nachfrage vorhanden ausgeprägt Köche und Gastronomieberufe betroffen
Erziehung / Kinderbetreuung weiterhin hoher Bedarf teilweise ausgeprägt Engpässe weiterhin relevant
Sozialarbeit / Sozialpädagogik Bedarf vorhanden Engpässe festgestellt 2025 neu hinzugekommen
Vermessungstechnik vergleichsweise kleinerer Bereich Engpass festgestellt 2025 neu hinzugekommen
IT / Softwareentwicklung Nachfrage weiterhin vorhanden differenziert 2025 kein allgemeiner Engpass mehr
Metallverarbeitung Nachfrage vorhanden weniger angespannt 2025 kein Engpass mehr in bestimmten Bereichen

Die BA nennt insbesondere Pflege- und Gesundheitsberufe, Bau- und Handwerksberufe, Berufskraftverkehr, Gastronomie sowie Erziehung als Bereiche mit weiterhin deutlichen Engpässen. Gleichzeitig verschwanden einige zuvor festgestellte Engpässe, beispielsweise in der Softwareentwicklung und in bestimmten Metallberufen. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Pflege und Gesundheitswesen bleiben besonders betroffen

Der Gesundheits- und Pflegebereich gehört weiterhin zu den Bereichen mit besonders ausgeprägten Fachkräfteengpässen. Die BA weist für Pflegeberufe für 2025 beispielsweise eine Median-Vakanzzeit von 85 Tagen aus. Auf 16.266 gemeldete Stellen kamen 21.636 Arbeitsuchende, wobei diese einfache Relation nicht bedeutet, dass alle Arbeitsuchenden für jede Stelle qualifiziert oder regional verfügbar sind.

Auch die Zusammensetzung der Beschäftigten verändert sich. Nach Angaben der BA stieg der Anteil ausländischer Beschäftigter in den Engpassberufen von rund 7 Prozent im Jahr 2014 auf etwa 14 Prozent im Jahr 2025. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Pflege. (Bundesagentur für Arbeit)

Bau und Handwerk: Weniger Stellen, aber lange Besetzungszeiten

Besonders interessant ist die Entwicklung im Handwerk. Die Zahl der gemeldeten Stellen ist zwar gesunken, doch die verbleibenden Stellen lassen sich teilweise nur schwer besetzen.

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 123.000 offene Stellen für Handwerksberufe bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Das waren 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig waren die Stellen durchschnittlich 242 Tage vakant. Zum Vergleich: Über alle Berufe hinweg lag die durchschnittliche Vakanzzeit bei 167 Tagen. (Bundesagentur für Arbeit)

Knapp die Hälfte der bundesweiten Engpassberufe auf Fachkraftebene entfällt laut BA auf Handwerksberufe. Besonders betroffen sind Bau- und Ausbau, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektro- und Mechatronikberufe. (Bundesagentur für Arbeit)

Bauwirtschaft bleibt trotz schwacher Konjunktur interessant

Auch im Bauingenieurwesen zeigt sich ein differenziertes Bild. 2025 wurden insgesamt rund 14.900 Stellenangebote neu gemeldet. Das entspricht einem Rückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig bestanden weiterhin merkliche Besetzungsengpässe insbesondere bei Bauleitung und Tiefbau. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Für Unternehmen bedeutet das: Ein Rückgang der offenen Stellen muss nicht automatisch bedeuten, dass qualifizierte Bewerber problemlos gefunden werden. Gerade bei spezialisierten Tätigkeiten können Angebot und Nachfrage weiterhin deutlich auseinanderliegen.

Verkehr und Logistik

Auch Verkehr und Logistik gehören zu den Bereichen, in denen Fachkräfte gesucht werden. Insbesondere Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer werden von der BA weiterhin als stark nachgefragte Berufsgruppe genannt. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Der Bedarf wird dabei nicht ausschließlich durch die Zahl der ausgeschriebenen Stellen bestimmt. Auch Altersstruktur, Arbeitszeiten, regionale Verfügbarkeit und erforderliche Qualifikationen spielen eine Rolle.

Gastronomie und Hotellerie

In der Gastronomie zeigt sich ebenfalls ein anhaltender Fachkräftebedarf. Köchinnen und Köche gehören laut aktueller BA-Analyse zu den Berufen mit Fachkräfteengpässen. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Bereits die vorherige Analyse hatte unter anderem Gastronomieservice und Köche als Engpassbereiche ausgewiesen. Die Branche ist zudem von besonderen Arbeitsbedingungen wie Schichtarbeit, Wochenendarbeit und saisonalen Schwankungen geprägt, was die Personalgewinnung beeinflussen kann. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

IT-Fachkräftemangel 2026: Das Bild wird differenzierter

Beim Thema IT lohnt sich ein genauer Blick auf die Statistik. Während IT-Berufe in den vergangenen Jahren häufig als besonders typische Fachkräftemangelbereiche genannt wurden, zeigt die aktuelle BA-Analyse eine differenziertere Situation.

Für 2025 wurden keine Engpässe mehr in der Softwareentwicklung festgestellt. Auch im IT-Vertrieb lag kein entsprechender Engpass mehr vor. Gleichzeitig bestanden bei bestimmten IT-Spezialisten weiterhin Besetzungsprobleme. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Das bedeutet nicht, dass Unternehmen generell keine IT-Fachkräfte mehr benötigen. Vielmehr unterscheiden sich die Chancen je nach Spezialisierung, Qualifikation und Tätigkeit deutlich.

Wie viele Stellen können rechnerisch nicht besetzt werden?

Eine weitere Perspektive liefert das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA). Nach dessen Berechnung lag die Fachkräftelücke 2025 bei 369.516 rechnerisch nicht besetzbaren offenen Stellen. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang von 24,1 Prozent. Trotzdem konnte damit etwa ein Drittel der offenen Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte rechnerisch nicht besetzt werden. (Kofa)

Im März 2026 ermittelte KOFA rund 357.000 rechnerisch nicht besetzbare Stellen. Besonders große Lücken bestanden unter anderem in Bau- und Elektroberufen sowie in Gesundheits- und Sozialberufen. (Kofa)

Diese Zahlen zeigen, warum die Bezeichnung „Fachkräftemangel“ mit etwas Vorsicht verwendet werden sollte. Es handelt sich nicht um eine einheitliche Zahl für den gesamten deutschen Arbeitsmarkt.

Warum offene Stellen nicht automatisch Fachkräftemangel bedeuten

Eine offene Stelle kann aus unterschiedlichen Gründen längere Zeit unbesetzt bleiben. Dazu gehören beispielsweise:

  • fehlende oder nicht passende Qualifikationen
  • regionale Unterschiede zwischen Arbeitsangebot und Nachfrage
  • hohe Anforderungen an Berufserfahrung
  • unterschiedliche Erwartungen an Gehalt und Arbeitsbedingungen
  • Schicht- und Wochenendarbeit
  • demografisch bedingte Abgänge
  • fehlende Bewerberinnen und Bewerber
  • längere Bewerbungs- und Auswahlverfahren

Auch die Bundesagentur für Arbeit weist ausdrücklich darauf hin, dass es keine einzelne allumfassende Kennzahl für Fachkräfteengpässe gibt. Die Engpassanalyse verwendet deshalb mehrere Indikatoren, darunter Vakanzzeiten, Arbeitsuchenden-Stellen-Relation, berufsspezifische Arbeitslosenquote und weitere Faktoren. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Entwicklung des Fachkräftemangels: 2023 bis 2026

Die Entwicklung lässt sich anhand der BA-Engpassberufe gut nachvollziehen:

Jahr Zahl der Engpassberufe
2023 183
2024 163
2025 157
2026 aktuelle Bewertung basiert auf der BA-Analyse für 2025

Die Zahl ist damit zwar rückläufig, doch die Engpässe konzentrieren sich weiterhin auf für die Wirtschaft und öffentliche Versorgung wichtige Bereiche. (Statistik der Bundesagentur für Arbeit)

Für 2026 sollte deshalb zwischen konjunkturell sinkender Arbeitskräftenachfrage und strukturellen Fachkräfteengpässen unterschieden werden. Das IAB meldete für das zweite Quartal 2026 rund eine Million offene Stellen, während die BA gleichzeitig weiterhin zahlreiche Engpassberufe identifiziert. (IAB)

Fachkräftemangel Statistik 2026: Fazit

Die Statistik zum Fachkräftemangel in Deutschland zeigt 2026 ein gemischtes Bild. Die Zahl der offenen Stellen ist gegenüber den Vorjahren zurückgegangen. Gleichzeitig bleiben qualifizierte Beschäftigte in bestimmten Berufsgruppen schwer zu finden.

Besonders deutlich sind die Engpässe weiterhin in Pflege und Gesundheit, Bau und Handwerk, Elektro- und Gebäudetechnik, Verkehr, Gastronomie sowie bestimmten Erziehungs- und Sozialberufen. Dagegen hat sich die Situation in einigen früheren Engpassbereichen, beispielsweise der Softwareentwicklung, entspannt.

Für Unternehmen ist daher nicht allein die Gesamtzahl der offenen Stellen entscheidend. Viel wichtiger ist, welche Qualifikationen gesucht werden, in welcher Region die Stelle liegt und wie viele passende Arbeitskräfte tatsächlich verfügbar sind.

Quellen und weiterführende Informationen

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