Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland hat in den Jahren 2025 und 2026 ein Niveau erreicht, das viele Experten als besorgniserregend einstufen. Aktuelle Daten zeigen: Die Pleitewelle ist real – und sie hat zuletzt sogar neue Höchststände erreicht.
Rekordzahlen bei Insolvenzen
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Anstieg von über 10 % gegenüber dem Vorjahr. (VID)
Damit erreichte die Zahl der Firmenpleiten den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt. (DIE ZEIT)
Auch andere Auswertungen zeigen einen deutlichen Trend:
- Laut dem Statistisches Bundesamt stiegen die Insolvenzen 2025 um mehr als 10 % (Statistisches Bundesamt)
- Nach Daten des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle lag die Zahl der Firmenpleiten sogar auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren (IWH Halle)
2026: Entwicklung auf Rekordniveau
Auch 2026 setzt sich dieser Trend fort:
- Prognosen gehen von rund 24.800 Insolvenzen aus (Focus)
- Im Schnitt geht laut Wirtschaftsexperten alle 20 Minuten ein Unternehmen pleite (DIHK)
- Bereits im ersten Quartal 2026 wurden so viele Insolvenzen gemeldet wie seit über 20 Jahren nicht mehr (DIE WELT)
Damit spricht vieles dafür, dass sich Deutschland weiterhin in einer Phase ungewöhnlich hoher Unternehmenspleiten befindet.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Nicht alle Wirtschaftszweige sind gleich stark betroffen. Besonders häufig treffen Insolvenzen:
- Baugewerbe
- Handel und Einzelhandel
- Gastgewerbe (Hotels, Restaurants)
- Transport und Logistik
Diese Branchen leiden besonders unter steigenden Kosten und schwacher Nachfrage. (Statistisches Bundesamt)
Auffällig ist zudem: Über 80 % der Insolvenzen betreffen kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. (Handwerksblatt)
Ursachen der Pleitewelle
Experten nennen mehrere Gründe für den starken Anstieg:
- Hohe Energiepreise
- Steigende Zinsen und Finanzierungskosten
- Schwache Konjunktur und geringe Nachfrage
- Bürokratie und regulatorische Belastungen
- Nachwirkungen der Corona-Zeit (auslaufende Hilfen)
Viele Unternehmen geraten dadurch finanziell unter Druck – besonders im Mittelstand.
Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Die steigenden Insolvenzen haben spürbare Folgen:
- Hunderttausende Arbeitsplätze sind betroffen
- Lieferketten werden gestört
- Regionen mit viel Industrie oder Bauwirtschaft leiden stärker
Allein 2025 waren rund 170.000 Arbeitsplätze betroffen. (IWH Halle)
Fazit
Die Firmenpleiten in Deutschland haben 2025 und 2026 ein außergewöhnlich hohes Niveau erreicht. Mit über 24.000 Insolvenzen jährlich und weiter steigenden Zahlen spricht vieles von einer echten Pleitewelle.
Ob sich die Lage stabilisiert, hängt vor allem von der wirtschaftlichen Entwicklung, Energiepreisen und politischen Maßnahmen ab. Kurzfristig erwarten viele Experten jedoch keine schnelle Entspannung.
Quellen
- https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_085_52411.html
- https://www.iwh-halle.de/presse/pressemitteilungen/detail/iwh-insolvenztrend
- https://www.focus.de/finanzen/news/pleitewelle-rollt-weiter-und-2026-wird-es-schlimmer
- https://www.dihk.de/de/newsroom/reformen-ueberfaellig-insolvenzen-auf-rekordhoch
- https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/firmenpleiten-insolvenz