
Wenn wir Menschen wirklich überzeugen wollen, reicht Fachwissen allein nicht aus – unser Verhalten und unsere Kommunikation müssen sich echt anfühlen. Genau hier kommen die Ansätze der IPNB (Interpersonelle Neurobiologie) ins Spiel: Wir verstehen unser Gehirn besser, machen es „authentisch-ready“ und können so kongruent auftreten, Menschen mitnehmen und Teams zu einem echten Dreamteam zusammenschweißen. Uwe Hampel zeigt Führungskräften, wie sie ihr Gehirn authentisch machen können.
1. Authentische Führung: Mehr als nur „Sei einfach du selbst“
1.1 Warum „Masken tragen“ auf Dauer anstrengend ist
Viele Führungskräfte funktionieren im Job wie auf einer Bühne: klare Rolle, klare Erwartungen, wenig Raum für echte Persönlichkeit. Das Gehirn muss dabei ständig Energie aufwenden, um innere Zustände zu regulieren und nach außen ein Bild aufrechtzuerhalten, das „professionell“ wirken soll.
Die Folge: innere Anspannung, leise Zweifel und das Gefühl, nie ganz „richtig“ zu sein. Mitarbeitende spüren diese Unstimmigkeit – oft unbewusst – und reagieren mit Vorsicht oder Distanz.
1.2 Was Mitarbeitende wirklich wahrnehmen
Mitarbeitende hören nicht nur, was gesagt wird – sie „scannen“ unentwegt: Mimik, Stimme, Körperhaltung, Timing. Unser Nervensystem ist darauf trainiert, Inkongruenz zu erkennen.
Sagt die Führungskraft „Sie können offen Kritik äußern“, signalisiert aber mit Tonfall und Mikro-Mimik eher „Lieber nicht“, glaubt das Gehirn der Mitarbeitenden nicht den Worten, sondern der Körpersprache. Vertrauen entsteht, wenn Worte, Emotionen und Handlungen zusammenpassen.
1.3 Authentisch heißt nicht „hemmungslos privat“
Authentische Führung bedeutet nicht, alles Ungefilterte aus dem Inneren einfach rauszulassen. Authentizität heißt:
- Ich bin mir meiner inneren Zustände bewusst.
- Ich weiß, was ich aus guten Gründen zeige – und was nicht.
- Mein Verhalten ist stimmig mit meinen Werten.
IPNB hilft dabei, diese innere Klarheit überhaupt erst herzustellen.
2. IPNB: Was unser Gehirn mit authentischer Führung zu tun hat
2.1 Interpersonelle Neurobiologie in Kurzform
IPNB geht davon aus, dass Gehirn, Geist und Beziehungen untrennbar miteinander verbunden sind. Unser Gehirn ist ein „Beziehungsorgan“. Es formt sich durch Erfahrungen – insbesondere durch zwischenmenschliche.
Für Führung heißt das: Wie wir mit uns selbst umgehen (Selbstwahrnehmung, Selbstregulation) bestimmt maßgeblich, wie wir anderen begegnen.
2.2 Ein integriertes Gehirn wirkt glaubwürdig
IPNB spricht von „Integration“: Unterschiedliche Hirnareale arbeiten gut zusammen – Emotion und Logik, Intuition und Analyse, Vergangenheitserfahrung und Gegenwartswahrnehmung.
Eine integrierte Führungskraft kann:
- Emotionen wahrnehmen, ohne von ihnen überrollt zu werden,
- klar denken, auch unter Druck,
- und gleichzeitig empathisch bleiben.
- Das wirkt auf Mitarbeitende: stabil, echt, verlässlich.
2.3 Selbstreflexion als neurobiologisches Training
Authentizität ist trainierbar. Durch gezielte Selbstreflexion – etwa über Coachings, Journaling oder achtsame Pausen im Alltag – wird das Gehirn darin geschult, innere Vorgänge bewusster wahrzunehmen.
Mit den Ansätzen der IPNB lernt die Führungskraft, ihre eigenen „inneren Programme“ zu erkennen: alte Muster, Trigger, innere Antreiber. So entsteht Wahlfreiheit statt Autopilot – die Basis für authentische Entscheidungen und Kommunikation. Auch spannend: Ein Mitarbeiter kommt ständig zu spät – So gehst du als Führungskraft richtig damit um
3. Kongruente Kommunikation: Wenn Kopf, Herz und Worte zusammenpassen
3.1 Warum das „Wie“ oft wichtiger ist als das „Was“
Inhaltlich perfekte Botschaften verlieren ihre Wirkung, wenn sie emotional nicht getragen sind. Unser Nervensystem merkt, ob jemand eine auswendig gelernte Führungsvokabel ausspricht – oder wirklich dahintersteht.
Kongruente Kommunikation verbindet:
- eine klare Botschaft,
- mit einer spürbaren inneren Haltung,
- und einem Verhalten, das diese Haltung sichtbar macht.
3.2 IPNB in der Praxis: Regulation vor Kommunikation
Eine zentrale IPNB-Grundhaltung: „Regulate, relate, reason.“
Übertragen auf Führung:
1. Regulate – Erst sich selbst beruhigen und klären (Atmung, Körperwahrnehmung, innere Sortierung).
2. Relate – Dann in eine echte Verbindung zum Gegenüber gehen (zuhören, wahrnehmen, spiegeln).
3. Reason – Erst dann Inhalte besprechen, Entscheidungen erklären, Perspektiven aufzeigen.
So wird Kommunikation nicht zur Einbahnstraße, sondern zum neurobiologisch sinnvollen Dialog.
3.3 Feedback, das nicht verletzt, sondern verbindet
Kongruente Führungskräfte geben Feedback, das klar ist – aber nicht zerstört. Sie sind sich ihrer eigenen Emotionen bewusst („Ich bin genervt“) und lassen sie nicht ungefiltert an der anderen Person aus.
Stattdessen benennen sie:
- das beobachtete Verhalten,
- die Wirkung auf Team/Ziele,
- und die gemeinsame Perspektive: „Wie machen wir es beim nächsten Mal besser?“
- Mitarbeitende merken: Hier meint es jemand ernst – aber auch gut.
4. Vom Arbeitskreis zur Dreamteam-Crew: Wie IPNB Teams zusammenschweißt
4.1 Psychologische Sicherheit als Team-Superkraft
Ein Dreamteam entsteht, wenn Menschen sich sicher genug fühlen, um:
- Fehler zuzugeben,
- Ideen zu teilen,
- Zweifel zu äußern.
IPNB zeigt: Unser Nervensystem braucht Signale von Sicherheit – sonst fährt es in Verteidigung. Authentische, kongruente Führung sendet genau diese Signale: Klarheit, Berechenbarkeit, emotionale Präsenz.
4.2 Gemeinsame Emotionen formen gemeinsame Identität
Teams werden nicht durch PowerPoint-Folien zu „Wir“, sondern durch geteilte Erfahrungen: Erfolge, Konflikte, Lernmomente.
Wenn Führungskräfte bereit sind, echte Emotionen einzubringen („Das hat mich selbst verunsichert“, „Darauf bin ich wirklich stolz“), dann entsteht Resonanz im Team. Neurobiologisch: Spiegelneurone feuern, Zugehörigkeit wird spürbar, Vertrauen wächst.
4.3 Uwe Hampels Rolle: Gehirnversteher statt Motivationsslogans
Uwe Hampel setzt genau hier an: Er hilft Führungskräften, ihr eigenes Gehirn besser zu verstehen – und macht so den Weg frei für authentisches, kongruentes Auftreten. Statt „Motivationssprüchen von außen“ arbeitet er an den inneren Mustern:
- Wie reagiere ich unter Stress?
- Was triggert mich an bestimmten Mitarbeitenden?
- Wo verrät meine Körpersprache meine wahren Gedanken?
Mit den Ansätzen der IPNB werden Führungskräfte nicht „perfekt“, aber echt. Und genau das brauchen Teams, um sich von einer losen Gruppe zu einer verschworenen Dreamteam-Crew zu entwickeln. Lesen Sie auch: Toxischer Chef – Wie man damit umgehen kann